Was ist Glück?

Glück ist ein Lebensempfinden voller Freude und Zufriedenheit.

Glück ist eine Frage der Einstellung: Je niedriger die Ansprüche an das Leben sind, desto schneller wird der Mensch glücklich.


Abwehr von Glück

Glück kann über einer verdrängten Sexualität, Selbständigkeit, Hunger und Durst erstrahlen. Glück ist eine Frage der Abwehr. Ist jemand stark in der Verdrängung, so ist er in der Lage, sich Glück einzureden und zu empfinden, obwohl die objektive Lage für sein Unglück spricht. So kann ein religiöser Glaube oder ein pseudoreligiöser Raum voller Erleuchtung Menschen Glückszustände – sprich Ersatz für orgastische Zustände - versprechen.

Der Mensch kann sich höchstes Glück einreden, obwohl er auf irdisches Glück verzichtet. So ist der Mensch bereit, zu verzichten auf Liebe, Sex, Wein oder Gemeinschaft, solange er seinem höheren Ziel in einer Art von Besessenheit und Ergebenheit, z.B. Gott, der Erforschung des Weltalls, der Natur dient.

Für den Mönch ist das Kloster ein Ort der Entsagung und des Glücks zugleich. Denn Sex darf der Mönch aus einem inneren Verbot, einer Hemmung heraus nicht empfinden, so daß er sein Glück in der Kutte, in der religiösen Erleuchtung zusammen mit anderen sucht. Das Kloster ist Gemeinschaft ohne Sex, aber es ist mit Triebkraft, der Libido besetzt, welche in herausragende kulturelle Werte verwandelt wird. Und das ist das Schöne der Klöster.

Für die Angestellte baut sich Glück auf im Gelingen eines großen Werkes zusammen mit ihrem Chef. Sie ist Teil des Ganzen, sie trägt zum Aufbau bei, auch wenn sie keinen Freund hat. Sind ihre Abwehrstrukturen stark, ihre Selbstliebe und Sozialkontakte ausgeprägt, dann ist auch sie als Einzelstehende glücklich und zufrieden.


Das Erreichen von Glück

Viele Menschen wollen glücklich sein, doch wie erreichen sie es?

Ein Glücksgefühl entspringt durch die Fähigkeit des Menschen, sich Freude zu gönnen und diese Glück zu nennen. Das Freisein aus erduldetem Leid bedeutet ihm Glück.
Durch diese Mittel befriedigt der Mensch sein Streben nach Glück. Durch:

1. das Ausleben von Sexualität und Zeugen von Kindern,
2. materielle Güter,
3. das Erreichen von Ansehen, Macht oder durch die Ausübung einer Tätigkeit, die ihm einen Kick, einen Glücks- oder Rauschzustand verschafft: Arbeit, religiöse Versenkung, Erbauung, Meditation, Kunst, Hobby,
4. Rauschmittel.

Im philosophischen Wörterbuch heißt es:
Glück ist ein "Zustand vollkommener Befriedigung, vollkommener Wunschlosigkeit, der daraus entsteht, daß alle Bedürfnisse u. Wünsche befriedigt sind … Das Glücksgefühl hängt nicht von den erreichten Glücksgütern ab, sondern von der eigenen Glücksfähigkeit.(1) "
Je höher Ansprüche an das Glück sind, desto schwieriger ist es, sein Glück zu erreichen.

Glück ist nicht von Dauer.
Glück ist kurz.


Gier

Alles verspricht Glück, wenn man den Verheißungen folgt. Das Suchen nach Glück kann bei mangelnder innerer Struktur in Gier ausarten: Es gibt eine Gier nach Geld, nach Sex, eigentlich nach allem. Hauptsache, die Gier wird befriedigt.

Die Erfahrung lehrt:

"Wer der Lust frönt, kommt darin um."


Das Glück im Traum

"Ein Glücksgefühl im Traum ist wichtig für die Entwicklung, so daß der Träumer weiß, wodurch er das Glück herbeiführen kann. Freunde, Liebe oder Anderes können glücklich machen. Auf dem Berggipfel findet der Symbiotiker Einsamkeit oder Glückszustände, die als narzißtische Verschmelzung mit der allmächtigen Mutter zu verstehen sind. Sie können ihm verführerisch Glück verheißen, ihn jedoch auch in den Abgrund reißen.(2)"


Familie und Glück

Die Familie ist ein Ort voller Glück, Unglück und Gegensätze. Staats-Krippenerziehung ist jedoch von vornherein verunsichernd, vereinsamend, verödend, maschinistisch. Diese macht die Menschen weit unglücklicher als eine vorbildgebende Familie mit sorgender Mutter und Vater in lebenslanger Treue und Ehe.

Das Glück des Lebens liegt darin, sich im Rahmen einer Familie, einer Großfamilie bei voller gegenseitiger Verantwortung fortzupflanzen und Freude zu empfinden. Das ist die Aufgabe des Lebens für die Meisten. Und daher macht es viele Menschen glücklich.


Finde Dein Glück

Glück entspringt aus erlittenem Leid der Entwicklung, nach getaner Arbeit, in der Arbeit. Nach erfüllter Pflicht fühlen wir in einer Art Befreiung Glück und Zufriedenheit. Das Glück gehört dem Tüchtigen nach dem Motto: Nichtstuerei und Passivität machen unzufrieden.

In allem, was Du tust: tue es von ganzem Herzen! Auch das macht glücklich. Lebe Dich aus, was immer auch über Dich bestimmt. Hauptsache, es ist gut für Dich und für die Gemeinschaft! Doch, halt: Die Widersprüchlichkeit des Daseins wirst auch Du nicht lösen, kein Gott, kein Erlöser, keine Sekte. Finde Dein Glück in der Verwirklichung Deines Selbst. Erfülle Deine Seelenbilder in Dir: Sei Forscher, Wissenschaftler, Rocker, Mutter, Vater, Lehrer, Apotheker, Frau oder Mann. Das Ziel eines Jeden ist es, erwachsen zu werden. Er kann im Rahmen des Möglichen seine Seelenanlagen entwickeln, die auf Entfaltung drängen. Stelle Dich den Krisen des Lebens, lauf nicht davon! Sei tapfer und kämpfe! Alles zu seiner Zeit. Befreie Dich vom Fluch der Eltern, die Nähe und Liebe zum Partner verhindern, verteufeln: die Scheidung läuft.

Oft ist es so: Erst im Nachhinein weißt Du, ob Dich ein Mensch oder eine Situation glücklich gemacht hat.


Unglück

Allgemein gilt es, die wesentlichen Triebe auszuleben, damit der Einzelne und die Gemeinschaft im Wohlbefinden, im Einklang mit sich und der Natur überleben. Essen, Trinken, Selbständigkeit, die Bejahung von Kindern und Familie in lebenslanger Treue als Ziel, Freude jeden Tag, Durchsetzungsfähigkeit bei Frau und Mann und gleichzeitiger Unterordnung unter das männliche Prinzip führen Dich nach vorn auf Deinem langen Weg in die Verwirklichung Deines Selbst.
Löse Dich von Deinem Schicksalsspruch, der auf Dir lastet. Auch das ist ein wesentliches Element, welches Du zu betrachten, bearbeiten und zu verarbeiten hast, damit Du hier und heute glücklich sein kannst.


Wie zerstöre ich das Glück?

Indem ich den giftigen Zweifel zulasse und fördere.

Ein Mensch, der mit seinen Trieben nicht zurechtkommt, der in der Realität nicht lieben kann, weil er merkt, daß er zur Untreue verflucht ist infolge einer ungelösten, allgewaltigen Mutter- oder Vaterbindung, der Mensch neigt dazu, sich gänzlich vom Feld der Liebe zurückzuziehen, kampflos aufzugeben und sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen. Er wird ein Totalverneiner des Leiblichen, ein Spalter, ein Verabsolutierer, ein Kontrolleur, ein Fanatiker, ein Vernichter der Lebensfreude, ein ich-bezogener Heilsapostel, ein Verkünder der Gesundheit, der Liebe, der Erleuchtungen, ein Magersüchtiger, ein Einsiedler. Er kommt mit sich, seinen Trieben und den Menschen nicht zurecht. Ein Leben ohne ausgelebten Trieb muß fehlschlagen, weil es den Kontakt zu sich selbst, zu seinem Ursprung, zu seinem Anfang, zu seinem Urgrund, der Materie, dem Beginn aller Lebensfreude aufgegeben und verloren hat. Das "Suchet, so werdet ihr finden(3)" hat er in seinem pseudoreligiösen Erleuchtungserlebnis statt auf dem Gebiet der sexuellen Befriedung.


Geistiges Glück

Wer das geistige Glück sucht, kann lange suchen. Er setzt sich nicht mit den Kräften seiner Seele auseinander, sondern schwirrt allein in den vergeistigten Hüllen seines schwärmenden Verstandes herum. Gepanzerte Angst und Panik verhindern den Kampf mit dem Drachen, dem Teufel, den Hexen, mit den Nutten, mit den Buhlen, den Sünderinnen. Das ist das, was Viele vermeiden, anstatt ab und zu glücklich zu leben.

Du mußt
Dich zu Deinem Glück
zwingen,
von allein
tut es zu Dir
nicht springen.


August 2013

 

Literatur

1. Philosophisches Wörterbuch. Kröner Verlag, Stuttgart (1951), S. 205-206
2. Flöttmann, H.B.: Träume zeigen neue Wege – Lexikon des Unbewußten. BOD Verlag, Norderstedt, 6. Aufl. (2013)
3. Bibel: Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7, Vers 7

 

 

 

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