Glück und Kinder

"Ein Kind, kein Kind. Zwei Kind ein Kind.(1)" So sagt ein deutsches Sprichwort. Ein Kind ist kein Kind deswegen, weil Du mit einem Kind noch nicht zur Erdung kommst. Das eine Kind wirst Du verhätscheln. Zwei Kinder, da seid Ihr immer noch keine Familie, die lebendig ist. Da bist Du immer noch geizig, zu planerisch tätig. Ab dem dritten Kind seid ihr eine Familie. Da tritt Leben, eine gänzlich neue Dynamik in Eure Familie ein.

Ab dem dritten Kind hast Du z.B. als Mann verloren, wenn Du Dich nicht einbringst mit Deinen Wünschen nach Sex und Zweisamkeit mit Deiner Frau; denn Deine Frau fühlt sich zuerst ihren drei Kindern verpflichtet. Es wird ein Fordern und Geben, ein lebendiger Kampf gegen elterlichen, inneren Widerstand zwischen Euch Beiden werden. Es ist wie ein Schalter, nach dessen Klicken plötzlich Licht oder Dunkel über Euer Familienleben erstrahlt: Ab drei Kindern ist Leben in Eurer Familie. Da bist Du gefordert als Mann und als Frau, als Vater und als Mutter.

Ein schlichter Spruch gegen den Kinderwunsch lautet: "Ich muß erst zu mir selber finden.(2)" Nein, Du findest erst mit Kindern zu Dir. Ohne Kinder kaum. Da hast Du ein ganz wesentliches Stück Deines Erbgutes nicht genutzt, dieses Stück in Deinem Hirn, in Deiner Seele ist leer, öde geblieben ohne Kinder. Das unerfüllte Stück Gen ruft: "Es lebt und stirbt sich so traurig allein. Ich will lebendig sein!"
Wie schön ist es im Alter, im Kreise der Enkel zu feiern, sich an ihrem Lachen und Toben zu erfreuen!

Literatur
1. Simrock, K.: Die deutschen Sprichwörter, Philipp Reclam Jun., Stuttgart (1988), S. 289
2. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Der Wunsch nach einem Kind. Nr. 134 (13.6.2005), S. 7

 

 

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