Ein sym-pathischer Therapeut

Ein guter Arzt ist im Herzen ein Künstler. Ein guter Arzt ist beseelt von seiner Arbeit. Ein guter Arzt bildet sich fort. Er entwickelt seine Seele stets weiter. Wenn er mitleidet, ist er echt. Doch er hält Abstand, wenn es erforderlich ist. Vertrauen zu ihm ist wichtig. Ein guter Therapeut läßt sich von seinem Verstand, seiner Intuition leiten und von seinem Fachwissen. Er fühlt sich in die Problematik des Gegenübers ein. Er nimmt eine zurückhaltende Position ein, wenn es erforderlich ist.

Die Sympathie wächst mit der Anzahl der Sitzungen. Ein guter Psychotherapeut ist auch Tiefenpsychologe: Er hat ausgiebig in die Tiefen seiner eigenen Seele geschaut. Er hat die Liebe kennengelernt, den Teufel, die Abwehr vor den inneren Trieben, die nach Verwirklichung und Nähe rufen. Er hat den Ablösungskampf von Vater und Mutter siegreich bestanden.
Er verbessert sich stets. Er hat seine Mitte aufgebaut, nachdem er in der Wüste der Einsamkeit die Wahrheit erfahren hat über sich und die Welt. Er versteht Träume. Seine Aufrichtigkeit, auch im Zeigen seiner Gefühle – mit Abstand -, sein Mut, seine Klugheit und Weisheit machen ihn sym-pathisch: mit-leidend im ursprünglichen Sinne.


 

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